Der Markt für Glasgeländer und Zubehörteile ist gross, entsprechend können Sie eine fast unendliche Vielzahl an Geometrien und Typen von Geländern kaufen. Aber aufgepasst: wenn ein Bauteil verkauft wird heisst dies noch lange nicht, dass Sie dieses auch einbauen dürfen. Ein Geländer ist in erster Linie eine Absturzsicherung und damit ein sicherheitsrelevantes Bauteil. Entsprechend muss ab einer Absturzhöhe von einem Meter ein normgerechtes Geländer installiert werden. Nachfolgend haben wir Ihnen die wichtigsten Punkte zu Glasgeländern zusammengetragen.


Welche Normen gibt es in der Schweiz zu Glasgeländern zu beachten?

Die Normen der SIA (SIA358 zu Geometrie und SIA261 zu Statik) sowie die Empfehlungen der BfU (Beratungsstelle für Unfallverhütung) sind zu beachten. Diese Vorschriften haben wir Ihnen unter dem Thema Sicherheit zusammengefasst. Zusätzlich sind bei Glasgeländern die Normen des SIGaB (Schweizerisches Institut für Glas am Bau) einzuhalten. Hierfür hat das SiGaB die Dokumentation „SR 004: Sicherheit mit Glas – Personenschutz – Geländer aus Glas“ herausgegeben. Diese Dokumentation sollte die Grundlage aller Ausschreibungen von Architekten und Angeboten von Metallbauern darstellen. Die nachfolgenden Angaben basieren auf dieser Dokumentation.


Wird ESG oder VSG für Geländerfüllungen benötigt?

Verbundsicherheitsglas

ESG steht für „Einscheibensicherheitsglas“ und bezeichnet ein thermisch gehärtetes Glas. Das Glas hat eine höhere Widerstandsfähigkeit als normales Floatglas. Für Absturzsicherungen ist eine Füllung aus einer ESG-Scheibe jedoch nicht ausreichend: Für jede Absturzsicherung sollte VSG (Verbundsicherheitsglas) ausgewählt werden. Als Verbundsicherheitsglas bezeichnet man ein Glas, welches aus mindestens zwei Gläsern besteht, welche durch eine Folie verklebt sind. Bricht eines oder beide der verklebten Gläser, hält die Folie das Verbundsicherheitsglas zusammen. Mit der sogenannten Resttragfähigkeit kann zum einen verhindert werden, dass jemand durch die nun nicht mehr vorhandene Geländerfüllung fällt, zum anderen wird damit verhindert, dass Glasscherben herunterfallen. „Nur“ ein VSG zu wählen reicht jedoch nicht aus, zum einen müssen auch die Dicke der Gläser stimmen, zum anderen die Art der verklebten Gläser.


Aus was für Glas sollte das Verbundsicherheitsglas einer Absturzsicherung bestehen?

Die drei am häufigsten eingesetzten Gläser sind Floatglas („normales“ glas), TVG (Teilvorgespanntes Glas) und ESG (Thermisch vorgespanntes Glas / Einscheibensicherheitsglas). Das vorgespannte Glas kann höhere Lasten und Temperaturschwankungen aufnehmen. Wichtig für Absturzsicherungen ist vor allem das Bruchbild. Während das ESG in viele kleine Stücke zerspringt, gibt es bei Floatglas und TVG grössere Bruchstücke. Diese Bruchstücke führen dazu, dass die Resttragfähigkeit bei einem VSG um einiges höher ist als wenn dieses aus zwei ESG-Scheiben besteht. Aus diesem Grund dürfen VSG aus ESG bei Absturzsicherungen nicht verwendet werden! (Ausser bei 4-seitig in einem Rahmen eingebaute Verglasungen.) Das Xpress-Glasgeländer besteht aus 12.76mm dickem VSG aus Floatglas.

Bruchbild Floatglas

Floatglas bricht in grossen Stücken. Dieses Glas als VSG ist zulässig bei Geländerfüllungen mit Linienlager. Das Xpress-Glasgeländer besteht aus diesem Glas.

Bruchbild TVG

TVG hat ein ähnliches Bruchbild wie Floatglas. Dieses Glas als VSG ist zulässig bei Geländern mit Punktlager und zum Teil mit Linienlager

Bruchbild ESG

ESG bricht in kleine Stücke, wodurch die Resttragfähigkeit eines VSG nicht gegeben ist. VSG aus ESG ist nur zulässig bei allseitig liniengelagerten Gläsern.


Welche Arten von Glasgeländern gibt es?

Den wichtigsten Unterschied bei den Glasgeländern mach die Halterung aus. Die häufigsten Arten und die dafür zu verwendenden Glasarten sind:

Glasfüllung mit Punkthaltern

VSG aus TVG

Glasfüllung mit Linienlager

VSG aus Float oder TVG, Glaseinstand (Glasrand, der im Rahmen einsteht) mindestens 20mm. Das Xpress-Glasgeländer weist diese Lagerart auf.

Einseitig gelagert (Ganzglasgeländer)

VSG aus Float, Glaseinstand (Glasrand, der im Rahmen einsteht) mindestens 150mm

Die Glasdicke wird anhand der individuellen Situation anhand der SIGaB-Bestimmungen festgelegt.


Was ist bei Geländern mit Glashaltern besonders zu beachten?

Das Geländer mit Punkthaltern ist die wohl am meisten verbreitete Art des Glasgeländers. Hier gibt es jedoch einige Punkte zu beachten, um ein normgerechtes Geländer zu erhalten. Als wichtigster Punkt sei hier die Abmessungen und Position der Glashalter erwähnt. Diese müssen mindestens 30mm ins Glas greifen, 40mm breit sein und 100mm von der Glaskante entfernt positioniert werden. Das Glas ist gegen Abrutschen zu sichern. Dies geschieht normalerweise mit einem Stift im Glashalter, der durch ein Loch im Glas greift.

Mindestdimensionen bei Glashaltern und Position

Die Mindestdimensionen sind wichtig, damit das Glas sicher Trägt.

So nicht: Glashalter direkt bei Glaskante.

Nach SIGaB-Vorschriften müssen die Glashalter mit Abstand zur Glaskante montiert werden.

So nicht: Unterer Glashalter als Auflager.

Die Gläser sind entweder durch Verkleben oder mechanisch durch einen Stift im Glashalter in der Position zu sichern.